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		<title>In diesen Zeiten</title>
		<link>http://semwiki.semiosis.org/weblog/index.php</link>
		<description>Ein Blog zu Krieg und Politik</description>
		<language>de</language>
		<managingEditor>sebastian.reinfeldt@semiosis.org</managingEditor>
                <copyright>Copyright 2008</copyright>
		<generator>Pivot Pivot - 1.40.0: 'Dreadwind'</generator>
		<pubDate>Tue, 05 Feb 2008 07:40:43 +0100</pubDate>
		<ttl>60</ttl>
		
		
		
		
		<item>
			<title>Ausnahmezustand (Kriegsimages, Teil 2)</title>
			<link>http://semwiki.semiosis.org/weblog/pivot/entry.php?id=12</link>
			<comments>http://semwiki.semiosis.org/weblog/pivot/entry.php?id=12#comm</comments>
                        <description><![CDATA[ <p>
Bilder des Krieges sind immer Bilder eines <a rel="tag" class="taglink" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ausnahmezustand" title="Tagged external link:: Ausnahmezustands">Ausnahmezustands</a>. Der gewohnte Lauf der Dinge setzt aus, es herrschen andere Regeln, es gibt neue Herren - Kriegsherren und Kommandeure.<img src="http://semwiki.semiosis.org/weblog/images/292-state-of-emergency3.jpg" style="border:0px solid" title="" alt="" class="pivot-image" />In Westeuropa kennen wir diese Situation zumeist aus dem Fernsehen oder dem Kino. Manchemal, wie auf diesem Foto, von Demonstrationen. Dann schreiben die Zeitungen &uuml;ber &quot;b&uuml;rgerkriegs&auml;hnliche Zust&auml;nde&quot;. Dort werden solche Situationen in Szene gesetzt. Einen Ausnahmezustand am eigenen Leib zu erleben, das tun wir aber in der Regel nicht. Dennoch behaupten einige Autoren aus dem Bereich der politischen Philosophie, dass der Ausnahmezustand bereits eine Art Normalzustand sei.</p><p>
Einer gesatzen, verfassungsm&auml;&szlig;igen Ordnung geht ein Ausnahmezustand voraus. Kein Staat der Welt ist historisch gesehen gem&auml;&szlig; der herrschenden juridischen Fiktion als ein Vertrag freier Menschen auf die Welt gekommen, sondern immer im Krieg. Die Gesetzesb&uuml;cher sind mit Blut geschrieben. Dies gilt f&uuml;r Demokratien oder Diktaturen gleicherma&szlig;en. Die neuen Herren machen sich mit Gewalt zu diesen. Staatstheoretisch betrachtet bedeutet das nach <a rel="tag" class="taglink" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Schmitt" title="Tagged external link:: Carl+Schmitt">Carl Schmitt</a>, dass souver&auml;n derjenige ist, der &uuml;ber den Ausnahmezustand entscheidet.
</p>
<p>
Der Ausnahmezustand ist demnach keineswegs mit Anarchie oder Chaos gleichzusetzen. Er ist selber eine Ordnung und er konstituiert eine kommende Ordnung und schreibt sich zugleich in diese ein. Dabei ist die Unterschiedung zwischen &quot;konstituierter&quot; und &quot;konstituierender&quot; Gewalt  einschl&auml;gig, wonach die eine in die andere &uuml;bergeht. Die Ausnahme ist der Norm nicht fremd, sondern mit ihr verbunden. <a rel="tag" class="taglink" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Giorgio_Agamben" title="Tagged external link:: Giorgio+Agamben">Giorgio Agamben</a>  sieht hier eine Schwelle bzw. eine &quot;Zone der Unbestimmtheit&quot;, die den Rechtsordnungen eigen ist.
</p>
<p>
Was k&ouml;nnen diese - hier nur kurz angerissenen - Gedanken bez&uuml;glich des Verh&auml;ltnisses von Krieg und Politik bedeuten? &Uuml;ber den Ausnahmezustand setzt sich eine neue Ordnung ein. Und der &#39;Krieg gegen den Terror&#39; - genauso wie der Terror selber - inszenieren fraglos Ausnahmezust&auml;nde, rufen diese hervor. Seien dies &quot;<a rel="tag" class="taglink" href="http://en.wikipedia.org/wiki/USA_PATRIOT_Act" title="Tagged external link:: patriotic+act">patriotic act</a>s&quot;, Video&uuml;berwachungen, Operationen von milit&auml;rischen Spezialkommandos, Bombenattentate, Sabbotageakte ...
</p>
<p>
Dabei geht es jedenfalls nicht um die Sicherheit der B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger, auch nicht um die Verteidigung von Teritorium oder der Freiheit, sondern um eine neue Ordnung.</p> ]]></description>
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			<category>default</category>
			<pubDate>Sun, 14 Jan 2007 21:52:00 +0100</pubDate>
		</item>
		
		
		
		<item>
			<title>2001: 9/11 - Replay</title>
			<link>http://semwiki.semiosis.org/weblog/pivot/entry.php?id=11</link>
			<comments>http://semwiki.semiosis.org/weblog/pivot/entry.php?id=11#comm</comments>
                        <description><![CDATA[ <p>
<a rel="tag" class="taglink" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Loose_Change_(video)" title="Tagged external link:: Loose+Change">Loose Change</a>, 2nd Edition, so lautet der Titel eines im Internet verbreiteten Dokumetarfilms &uuml;ber <a rel="tag" class="taglink" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Terroranschl%C3%A4ge_am_11._September_2001_in_den_USA" title="Tagged external link:: 9/11">9/11</a>, in dem die Hintergr&uuml;nde der Ereignisse dieser Tage beleuchtet werden. Es ist ein Dokument der sogenannten Verschw&ouml;rungstheoretiker (aber des linken Fl&uuml;gels), die darin im Endeffekt behaupten, dass die Attacken auf die Twin Towers und das Pentagon seitens der US-Regierung inszeniert worden seien.
</p>
<p>
Der Film ist gut gemacht. Er arbeitet - nolens, volens - mit bekanntem Bildmaterial und Dokumenten, wobei bestimmte Szenen wieder und wieder gespielt werden. So sind etwa auf den bekannten emblematisierten CNN-Bildern der entscheidenden Minuten mehrere Exposionen an den Twin Towers zu entdecken, kurz bevor diese einst&uuml;rzten. Und sie st&uuml;rzen tats&auml;chlich scheibchenweise in sich zusammen, Etage f&uuml;r Etage, so wie dies gesprengte Geb&auml;ude tun. Oder aber es wird der angebliche Einschlag eines Jets im Pentagon hinterfragt, w&auml;hrend die damals live gesendeten Fernsehbilder des rauchenden Pentagons zu sehen sind. Auch geht es um die Goldspeicher unter dem WTC, und so weiter. Es lohnt sich, den Film  runterzuladen  (die Autoren verzichten auf ihr Copyright) und anzusehen. Ich habe ihn mir &uuml;ber Bittorrent besorgt.
</p>
<p>
<img style="border: 0px solid " class="pivot-image" src="/weblog/images/23524_1.jpg" alt="" /></p><p>
In <a href="http://www.heise.de/tp/r4/html/result.xhtml?url=/tp/r4/artikel/23/23524/1.html&amp;words=loose%20change"  target="_blank" rel='external'>Telepolis</a> (von wo ich die Illustration oben ausgeborgt habe) und in <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Loose_Change_(video)"  target="_blank" rel='external'>Wikipedia</a> kann zudem die kritische Diskussion &uuml;ber den Film nachverfolgt werden. - Neben kritischen Fragen &uuml;ber technische Details, die f&uuml;r mich als technischen Laien schwer zu entscheiden sind, taucht aber eine ganz andere, eher philosophische Frage auf: Wer hat diesen Komplott in Szene gesetzt, wer gab die Befehle, und warum halten so viele Menschen dicht, die etwas dar&uuml;ber wissen m&uuml;ssten?
</p>
<p>
Erst eine plausible und nachweisbare Antwort darauf k&ouml;nnte eine der beiden dominierenden Fiktionen verifizieren, n&auml;mlich die interessante Fiktion einer inneren <a rel="tag" class="taglink" href="http://www.v-22.de/" title="Tagged external link:: Verschw&ouml;rung">Verschw&ouml;rung</a> (&quot;Inside Job&quot;) in den Vereinigten Staaten,  und die offizielle Fiktion  einer &auml;u&szlig;eren Verschw&ouml;rung  (die Osama-Bin-Laden-Geschichte). Ja, und genau diese Antwort wird im Film nicht gegeben, er fragt eher indirekt. Und die Antwort ist auch schwer zu geben, abseits der unklaren Faktenlage.
</p>
<p>
Wie k&ouml;nnte man sie sonst finden? Ok, Politik ist immer auch ein Spiel der Intrigen, in dem das Leben von Menschen Spieleins&auml;tze sein k&ouml;nnen. Krieg und Politik sind Br&uuml;der und Schwestern. Aber mit welchem Kalk&uuml;l w&uuml;rde ein Pr&auml;sident Tausende Menschenleben opfern und Flugpassagiere verschwinden lassen?
</p>
<p>
Daran irritiert die literarische Seite von Politik. Doch muss dies ja nicht automatisch &#39;unwahr&#39; bedeuten. Welcher Romanautor hat sich beispielsweise die Geschichte des mit radioaktivem Material vergifteten ehemalgien KGB-Agenten ausgedacht? Und diese Geschichte ist zweifelsohne &#39;real&#39;.
</p>
<p>
Doch sprengt die Theorie des <a rel="tag" class="taglink" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Inside_job" title="Tagged external link:: Inside-Jobs">Inside-Jobs</a> als Erkl&auml;rung f&uuml;r 9/11, zuende gedacht, meine politische Vorstellungskraft. Beim Sehen des Films fragte ich mich, wann denn Fox Mulder und Diana Scully aus den X-Akten zum Stand ihrer Ermittlungen befragt w&uuml;rden. Diese Bemerkungen sind keinesfalls zynisch gemeint. Ich m&ouml;chte damit nur die im Film implizit dargelegte These herausarbeiten: Der Krieg gegen den Terror sei eine komplette Erfindung der US-Administration, um (geo- und innen-)politisch freie Hand zu bekommen und um die eigene Macht (und finanzielle Vorteile) zu sichern.
</p>
<p>
Ich m&ouml;chte diesem Szenario aber noch eine weitere Variante anf&uuml;gen. Es ist doch auff&auml;llig, dass die momentane US-Regierung und die sie st&uuml;tzenden Zirkel und Netzwerke eine messianische Sendung verfolgen. Die Neo-cons strebten ausdr&uuml;cklich eine Revolutionierung der Welt an, sicher auch, um Profitinteressen und den Zugang zum &Ouml;l weltweit zu sichern. <em>On the long run</em> sehen sie aber auch die christlich-abendl&auml;ndische Zivilisation bedroht und sie befinden sich subjektiv in einem lang andauerdem Abwehrkampf mit welthistorischer Bedeutung. Dies war bereits vor dem 9/11 der Fall.<br />
</p>
<p>
Was aber, wenn der Rest der Menschheit - und auch der us-amerikanischen Bev&ouml;lkerung - dem keinen Glauben schenkt, oder genauer: Nicht mehr ausreichend glaubt, weil sie moralisch zersetzt sind (aus Sicht der Neo-cons)? Dann muss man folgerichtig entweder auf eine passende Gelegenheit warten und diese eskalieren lassen, oder aber diese Gelegenheit selbst hervorbringen, um damit die anderen Menschen wachzur&uuml;tteln. Beide Varianten sind ungeheuerlich, die letzte ist jedoch wahnsinnig. Aber ist sie deshalb von vorneherein unm&ouml;glich?</p> ]]></description>
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			<category>default</category>
			<pubDate>Fri, 05 Jan 2007 09:22:00 +0100</pubDate>
		</item>
		
		
		
		<item>
			<title>Iran, Nordkorea, Irak ... Kriegsimages (Teil1)</title>
			<link>http://semwiki.semiosis.org/weblog/pivot/entry.php?id=10</link>
			<comments>http://semwiki.semiosis.org/weblog/pivot/entry.php?id=10#comm</comments>
                        <description><![CDATA[ <p>
Der Krieg hat nicht (noch nicht) begonnen im Iran und in Nordkorea. Im Irak hat er noch nie aufgeh&ouml;rt. Dieses Land ist unregierbar geworden, mit oder ohne milit&auml;rischer Pr&auml;senz der Allierten. - Es herrscht ein t&auml;glicher Kleinkrieg zwischen uniformierten Truppen und verschiedenen Milizen und Gangs.
</p>
<p>
Tote Menschen sind dabei nicht mehr als ein strategisches Kleingeld, das alle Beteiligten auf die Stra&szlig;e werfen, wie die M&uuml;nzen beim Bingo.
</p>
<p>
<img style="border: 0px solid " class="pivot-image" src="/weblog/images/irak.jpg" alt="irak.b&uuml;rgerkrieg" title="irak.b&uuml;rgerkrieg" /> 
</p>
<p>
Anders die Situation in Nordkorea: 
</p>
<p>
<img style="border: 0px solid " class="pivot-image" src="/weblog/images/nordkorea_bild2.jpg" alt="nordnorea.milit&auml;r.karte" title="nordnorea.milit&auml;r.karte" /> 
</p>
<p>
Hier pr&auml;sentiert sich der Krieg als Schachspiel. Noch stehen die Milit&auml;rs vor Karten oder sie betrachten Satellitenbilder, auf denen sie die reale Struktur der Welt zu erkennen meinen. Tats&auml;chlich sehen sie eine vom milit&auml;rischen Blick hergerichtete Welt - und auch die strategischen Winkelz&uuml;ge der Diplomaten verm&ouml;gen keinerlei Beziehung mit dem Land als Ganzem herzustellen. Vielmehr richten sie es f&uuml;r milit&auml;rische Interventionen her.
</p>
<p>
Seitdem Nordkorea unter Beweis gestellt hat, dass es Atomwaffen besitzt, r&uuml;ckt die geo-politische Konstellation in Asien ins Zentrum des Interesses. Brisant dabei ist, dass China eine unausgesprochene Schutzmacht Nordkoreas ist und wohl kaum eine milit&auml;rische Aktion der USA akzeptieren w&uuml;rde.</p><p>
Schlie&szlig;lich sehen wir ein paradigmatisches Bild zum Iran-Konflikt. 
</p>
<p>
<img style="border: 0px solid " class="pivot-image" src="/weblog/images/natanziran2.jpg" alt="uranenrichment" title="uranenrichment" />
</p>
<p>
Streitpunkt ist mittlerweile zum einen, ob die militant-islamische Regierung des Irans das Recht habe, Uran anzureichern, wobei sie behauptet, das nur zur Energiegewinnung tun zu wollen - aber die USA und viele Experten meinen, dass es dann grunds&auml;tzlich auch m&ouml;glich sei, Atomwaffen zu besitzen. Und in diesem Fall h&auml;tte ich wenig Zweifel daran, dass die momentane F&uuml;hrung des Iran im Ernstfall diese Waffen im Konfliktfall gezielt auch gegen Israel einsetzen w&uuml;rde.
</p>
<p>
Zum anderen geht es um einen kalkulierten ideologischen Konflikt mit DEM islamischen Land in der Welt. Zu beobachten ist dabei die Wechselwirkung zwischen milit&auml;rischen Optionen und islamischer Massenmobilisierung. Eine Dialektik, die zu dem zynischen Ergebnis f&uuml;hren k&ouml;nnte, dass die USA momentan die Welt islamisiert.
</p>
<p>
Gemengelagen. Und  wir haben Namen von Orten gelernt, in denen wohl kaum jemand wirklich leben und wohnen m&ouml;chte: Es entstehen f&uuml;r alle sichtbare &quot;dangerous areas&quot;.</p> ]]></description>
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			<category>default</category>
			<pubDate>Fri, 05 Jan 2007 09:17:00 +0100</pubDate>
		</item>
		
		
		
		<item>
			<title>Wieder ein Krieg ums Öl?</title>
			<link>http://semwiki.semiosis.org/weblog/pivot/entry.php?id=9</link>
			<comments>http://semwiki.semiosis.org/weblog/pivot/entry.php?id=9#comm</comments>
                        <description><![CDATA[ <p>
Wussten Sie, dass unter dem iranischen Boden das zweitgr&ouml;&szlig;te Erd&ouml;lvorkommen der Welt schlummert - bislang unausgebeutet! Sie wussten nat&uuml;rlich auch nicht, dass im M&auml;rz 2006 die iranische &Ouml;lb&ouml;rse ihren Betrieb aufnehmen will, abgerechnet soll dort in Euro werden, und nicht in Dollar. Letzteres beunruhigt die USA selbstverst&auml;ndlich, ersteres k&ouml;nnte amerikanische Begehrlichkeiten wachsen lassen, wie im Falle des Iraks. Zumal sich f&uuml;r die &Ouml;lfelder im Iran bereits China und Japan interessieren.
</p>
<p>
Ich wusste all diese Sachen auch nicht. Sie stehen normalerweise nicht in den Zeitungen, sondern man findet sie in Internetquellen, die ich auf der <a href="http://dokuwiki.semiosis.org/dokuwiki/doku.php?do=show&amp;id=projekt_krieg_politik"  rel='external'>&quot;Materialseite</a> zusammen trage.  In ihnen wird durchweg das Bild gezeichnet, dass Politik - insbesondere die Diplomatie - eine Art notwendiges &Uuml;bel darstelle, dass also das Netzwerk aus diplomatischen Noten, Dokumenten, Meetings, Erkl&auml;rungen und Verhandlungen gesponnen werde, um die eigentlichen Absichten der Handelnden zu maskieren. - Diese Version des Szenarios m&ouml;chte ich nun diskutieren.</p><h4>Krieg f&uuml;r den Dollar?<br />
</h4>
<p>
Sehen wir uns beispielsweise die Argumentation von Krassimir Petrov genauer an: In seinem Artikel <a href="http://www.energybulletin.net/12125.html"  rel='external'>&quot;The proposed Iranian Oil Bourse&quot;</a> stellt er die These auf, dass sowohl der Krieg gegen den Irak als auch ein m&ouml;glicher Milit&auml;rschlag gegen den Iran dem Zweck dienen w&uuml;rden, die weltweite Vormachtstellung des Dollars zu sichern. Sowohl Saddam Hussein als auch die iranische F&uuml;hrung wollten ihre &Ouml;lgesch&auml;fte n&auml;mlich nicht mehr in Dollar abwickeln, sondern in Euro. Zitat Petrov, in bezug auf den Irak: &quot;Benefits from Iraqi oil fields are hardly worth the long-term, multi-year military cost. Instead, Bush must have went into Iraq to defend his Empire. Indeed, this is the case: two months after the United States invaded Iraq, the Oil for Food Program was terminated, the Iraqi Euro accounts were switched back to dollars, and oil was sold once again only for U.S. dollars. No longer could the world buy oil from Iraq with Euro.&quot;
</p>
<p>
Hier ist der Akteur klar genannt, n&auml;mlich Bush, der genau das gekriegt hat, was er wollte. Wie auch die editorische Notiz der Herausgeber des Energy Bulletin bezeugt, klingt diese These logisch, sie scheint stringent zu sein.  Sie geht aber nur dann auf, wenn man unterstellt, dass dabei lediglich EINE Logik am Werke sei.  Denn Bush hat es zwar geschafft, die Dominanz des Dollars zu sichern, aber er hat dabei ein Land geschaffen, das unregierbar ist, in dem es aufgrund der Sicherheitslage unm&ouml;glich ist, Gesch&auml;fte zu machen, das politisch h&ouml;chst instabil ist, kurzum: Er hat den Irak nicht befriedet, weil er nicht damit rechnen konnte, dass der Krieg unterschwellig weitergeht, jeden Tag, mit einem enormen menschlichen Blutzoll. War dies nun - von einem vorausschauenden, omnipotenten Staatsmann - von vornherein mit einkalkuliert, oder ist es &#39;aleatorisch&#39; einfach schief gegangen?
</p>
<p>
Schlie&szlig;lich kostet der Krieg im Irak nach Berechnungen des Nobelpreistr&auml;gers Joseph Stiglitz bis zu 2 Billionen Dollar. Auch eine starke &Ouml;konomie kann diese Summen nicht einfach so aufbringen.
</p>
<p>
Nun m&ouml;chte ich nicht behaupten, dass die These von Petrov falsch sei. Aber sie geht, wie so viele der interessanten Texte im Netz von einer Theorie von Politik bzw. des Staates aus, die diesen als blo&szlig;es Instrument in den H&auml;nden einer homogenen Machtclique sieht, mit pr&auml;stabilsierten Interessen und enormen strategischen F&auml;higkeiten. Es ist, so denke ich, aber realistischer, politische und milit&auml;rische Initiativen als das verdichtete Resultat widerstreitender Logiken und Interessen zu analysieren. Auch im Falle der USA.
</p>
&quot; ]]></description>
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			<category>default</category>
			<pubDate>Fri, 05 Jan 2007 09:14:00 +0100</pubDate>
		</item>
		
		
		
		<item>
			<title>Replay 2001: &quot;Hit SH and UBL at the same time&quot;</title>
			<link>http://semwiki.semiosis.org/weblog/pivot/entry.php?id=8</link>
			<comments>http://semwiki.semiosis.org/weblog/pivot/entry.php?id=8#comm</comments>
                        <description><![CDATA[ <p style="text-align: center">
<img style="border: 0px solid " class="pivot-image" src="/weblog/images/gesprchsnotiz.jpg" alt="Gespr&auml;chsnotizen" title="Gespr&auml;chsnotizen" />
</p>
<br />
</p>
<p>
Kurz nach den Attacken auf die Twin Towers in New York hat US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld offenbar entschieden, dieses Ereignis zu benutzen, um einen Zusammenhang von Bin Laden zum damaligen irakischen Diktator Saddam Hussein herstellen zu lassen. Dies ergeben offiziell freigegebene, wenn auch teilweise unlesbar gemachte Gespr&auml;chsnotizen des damaligen Staatssekret&auml;rs Stephen A. Cambone.</p><p>
Aus den Notizen, die auf dem Blog &quot;outragedmoderates&quot; ver&ouml;ffentlicht worden sind, ergibt sich auch, dass Rumsfeld damals nicht daran geglaubt hatte, dass es f&uuml;r diese politisch erw&uuml;nschte Verbindung auch gute Gr&uuml;nde gab.
</p>
<p>
Eine Sammlung von PDFs mit den kopierten Notizen kann bei &quot;In diesen Zeiten&quot; <a href="http://semwiki.semiosis.org/weblog/images/dod_staffer_cambone_notes_91101_copy1.zip"  rel='external'>heruntergeladen</a> werden. Au&szlig;erdem gibt es eine von outragedmoderates zusammengestellte <a href="http://semwiki.semiosis.org/weblog/images/zeitleiste0911.pdf"  rel='external'>Zeitleiste der wichtigsten Dokumente</a> &uuml;ber Diskussionen im Wei&szlig;en Haus unmittelbar nach den Ereignissen im September 2001. Sie bietet einen ausgezeichneten Einblick darin, wie ein politisches Argument konstruiert wird. Und schlie&szlig;lich kann man nat&uuml;rlich die Seite auch direkt besuchen: <a href="http://outragedmoderates.org"  target="_blank" rel='external'>http://outragedmoderates.org</a></p> ]]></description>
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			<category>default</category>
			<pubDate>Fri, 05 Jan 2007 09:07:00 +0100</pubDate>
		</item>
		
		
		
		<item>
			<title>Der Krieg ist die Chiffre</title>
			<link>http://semwiki.semiosis.org/weblog/pivot/entry.php?id=3</link>
			<comments>http://semwiki.semiosis.org/weblog/pivot/entry.php?id=3#comm</comments>
                        <description><![CDATA[ <p>
In einer seiner Vorlesungen am College de France in den 70er Jahren analysierte Michel Foucault einen Diskurs, den er den Diskurs des Rassenkriegs nannte. Im Rahmen dieser Vorlesung, die es seit den 80er Jahren auf Deutsch zu lesen gibt, res&uuml;mierte Foucault einen der Angelpunkte dieses Diskurses so: &quot;Der Krieg ist der Motor der Institutionen und der Ordnung. Auch in dem geringsten seiner R&auml;derwerke wird der Frieden vom Krieg getrieben. Anders gesagt: man muss unter dem Frieden den Krieg herauslesen.&quot; (Michel Foucault, Vom Licht des Krieges, Berlin 1986:Merve, S. 12)<br />
 <br />
 Diese - aus dem Diskurs des Rassenkrieges - geborgten Aussagen sind heute offenbar aktuell. Wenn wir uns mit der &quot;Wiederkehr&quot; des Krieges ins politische Gesch&auml;ft besch&auml;ftigen, also mit den zahlreichen milit&auml;rischen Aktionen der USA und ihrer wechselnden Verb&uuml;ndeten gegen unliebsame regionale Machstrukturen im Nahen Osten  - so sollten wir auch fragen, wo der Krieg eigentlich vorher gewesen war. Vorher: in den Zeiten des sogenannten &quot;Kalten Krieges&quot;.</p><p>
<br />
 Im &quot;Kalten Krieg&quot; waren die milit&auml;rischen Optionen von Politik blockiert, oder genauer gesagt: Die kriegerischen Handlungen waren ex-territorialisiert, sie fanden in anderen Regionen (Afrika, Naher Osten) statt, und wurden durch lokale Konflikte befeuert. Die beiden Machtbl&ouml;cke unterst&uuml;tzten dabei jeweils eine der Gruppen, mit Geld, Waffen und &quot;Milit&auml;rberatern&quot;. In Konflikte, Revolutionen oder Aufst&auml;nde innerhalb der Machtsph&auml;ren der anderen Macht wurde milit&auml;risch nicht interveniert.<br />
 Oftmals &uuml;bernahmen die Vasallen des West- oder Ostblocks die Ideologie und Sprache ihrer Herren. So wurden entweder sozialistische Parteien kolonialisiert oder aber westlich gesonnen Diktaturen unterst&uuml;tzt, wie zum Beispiel im Falle Irans bis zur islamischen Revolution in den 70er Jahren.<br />
 Dabei bestand die politische Kunst darin, m&ouml;gliche Kriege lokal zu halten, so dass sie nicht in eine globale Auseinandersetzung abrutschen konnten, weil dann die atomare Option drohte, deren destruktiven Folgen niemand absch&auml;tzen konnte. Politik - auch die Friedens- und Ausgleichspolitik, die mit den Mitteln der Diplomatie und des Scheckbuchs operierte - agierte vor dem Hintergrund dieser globalen Eskalationsdrohung. Es war diese global stabile Weltordnung, aus dem Zweiten Weltkrieg entstanden, die Politik fundierte und ihr eine eigent&uuml;mliche Normalit&auml;t verlieh. Denn die Gewalt war entweder gebunden oder aber in andere Territorien verbannt worden.
</p>
<p>
In diesem Zusammenhang war die internationale Politik der Gro&szlig;m&auml;chte damit besch&auml;ftigt, politische Einflu&szlig;sph&auml;ren zu sichern. &Ouml;konomische Interessen waren zwar immer in letzter Instanz im Spiel, da politischer Einflu&szlig; auf beiden Seiten immer auch bedeutete, die jeweiligen L&auml;ndereien auszubeuten. Es ging dabei in erster Linie um Rohstoffe und Naturalien, die bis zum &Ouml;lpreisschock Anfang der 70er Jahre noch unbegrenzt zur Verf&uuml;gung zu stehen schienen.
</p>
<p>
Heute ist die Situation eine andere. Wir leben in einem permanenten Ausnahmezustand. &quot;Angesichts der unaufhaltsamen Steigerung dessen, was als &#39;weltweiter B&uuml;rgerkrieg&#39; bestimmt worden ist, erweist sich der Ausnahmezustand in der Politik der Gegenwart immer mehr als als das herrschende Paradigma des Regierens&quot;, schreibt der italienische Philosoph Giorgio Agamben in seinem Buch Ausnahmezustand (Giorgio Agamben, Ausnahmezustand, Frankfurt/Main 2004: Suhrkamp, S.9)
</p>
<p>
Das bedeutet im Vergleich zu der Normalit&auml;t des Kalten Krieges: Kriege finden nicht mehr auf einem anderen Territorium statt, das Schlachtfeld befindet sich buchst&auml;blich &uuml;berall. Vielleicht sind sogar unsere direkten Wohnungsnachbarn getarnte Soldaten? Und mehr noch: Wie bei der Bombardierung Serbiens Anfang der 90er Jahre exemplarisch vorexerziert worden ist, k&ouml;nnen &#39;chirurgische&#39; milit&auml;rische Aktionen durchgef&uuml;hrt werden, bei denen kein einziges Soldat das feindliche Territorium betreten muss. Stattdessen fliegen automatisierte und ferngesteuerte Waffen. Durch solche gezielten Aktionen hat sich der milit&auml;rische Apparat nicht nur flexibler gemacht, und sich in die Lage versetzt, weltweit in kurzer Zeit zu operieren, sondern der Charakter des Krieges insgesamt wurde ver&auml;ndert. Er findet immer statt, an jedem m&ouml;glichen Ort der Welt kann dieser B&uuml;rgerkrieg entbrennen, und es wird keinen Frieden mehr geben. Die Front im Inneren, die sogenannte Heimatfront, geht eigentlich der Front im Ausland vor. (Siehe Florian R&ouml;tzer, <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/21/21936/1.html"  target="_blank" rel='external'>&quot;Noch mehr Geld f&uuml;r &quot;The long war&quot;</a>&quot;.)<br />
 
</p>
<p>
Als dies geschah aber bereits VOR dem 9.11, als die Twin-Towers in New York angegriffen worden sind. Diese neuartige Kriegs- und somit auch Politikform ist also definitiv keine Reaktion auf die terroristischen Netzwerke, sondern eine Weiterentwicklung der milit&auml;rischen Logik nach dem Fall der Mauer!
</p>
<p>
... to be continued</p> ]]></description>
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			<pubDate>Fri, 05 Jan 2007 08:56:00 +0100</pubDate>
		</item>
		
		
		
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